Den unvoreingenommenen Leser mag es zunächst verwundern, wenn Walter Wana
eine nicht unbeträchtliche Anzahl seiner Kolumnen der kalten Jahreszeit und den
mit ihr verbundenen Schneemassen widmet. Übermannt doch der Eindruck der
Frivolität eines derartigen Unterfangens ab und zu den Autor selbst, um ihn
zurück zu ernsteren Dingen
zu treiben.
Kann es dann aber Zufall sein, wenn Walter Wana einen seiner Beiträge zum
Thema genauso betitelt wie Thomas Mann den entscheidenden Abschnitt im
entscheidenden sechsten Kapitel des Zauberbergs: Schnee
? Der Held des
Mann´schen Opus erfährt ja in besagtem Kapitel eine Steigerung seiner geistigen
Spannkraft aufs Äußerste, die allerdings erst inmitten überwallender weißer
Pracht ihre volle Blüte entfaltet. Soweit Mann. Vergleiche nun Wana: Der
überraschende Wintereinbruch zeigt wieder einmal wie es möglich ist oder auch
nicht.
(Stauseen bei Schneeschmelze, März 1988)
Schnee ist ein ganz besondrer Saft. Nicht genug damit, daß er als Katalysator so manches ungeahnte geistige Potential ans Tageslicht bringt. In Kinderhänden wird er zur Waffe, mit der scharf geschossen wird. Als Dachlawine löst er so manche traumatische Neurose aus. Und auf Gehsteigen nötigt er mehrfachbeziehende Hausmeister zum Anfertigen komplizierter Kanaldeckelaufzeichnungen.
Der Frühling ist wieder ins Land gezogen - doch was für ein Frühling! Frühsommerliche Temperaturen und tiefster Winter wechseln innerhalb weniger Stunden. Blühende Bäume und Sträucher, von der Schneelast zu Boden gedrückt - ein wirklich nicht alltäglicher Anblick. Doch zurück zu ernsteren Dingen.
-- Aktuelles aus unserem Bezirk, April 1977
Im derzeitigen Winter gibt es ja Schnee genug. Die Jagd auf schneebedeckten Berghängen um Weltcuppunkte hält eine große Anzahl von Menschen in Atem. Doch soll es auch Situationen geben, wo es mit dem Schnee Schwierigkeiten gibt. Bewegungsfreudige können sich dem Wintersport richtig widmen. Doch leider bringt der Winter auch Schattenseiten für jene, die etwas schlecht zu Fuß sind.
-- Aktuelles aus unserem Bezirk, Februar 1977
Es hilft nichts, wenn eine Versicherung etwaige Schäden bezahlt. Manche Personen, die so eine kleinere oder größere Ladung weißer Pracht auf den Kopf bekommen, müssen nicht unbedingt verletzt sein. Ein Schock könnte bereits Schaden genug anrichten.
-- ebenda
Auch die Tatsache, daß viele Hausbesorger außer ihrer Tätigkeit für das Haus noch einem Beruf nachgehen, ist oft zu bemerken. In den Morgenstunden werden viele Gehsteige gereinigt oder bei Glatteis bestreut. Doch untertags wird auf vielen Gehsteigen überhaupt nichts gemacht, dies kann natürlich zu Unfällen führen.
Bei solchen Fällen (Nichtreinigung der Gehsteige), die sich manchmal entlang ganzer Häuserzeilen beobachten läßt, kommt es oft zu Unmutsäußerungen der Passanten. Doch leider zieht sich diese Verärgerung manchmal den ganzen Tag hin oder überträgt sich auf andere Dinge. Daher wäre es günstig, wenn sich manche Hausbesitzer beziehungsweise Hausverwaltungen genauer um die Gesetzeslage in Sachen Schneereinigung kümmern würden.
-- Aktuelles aus unserem Bezirk, Jänner 1979
Also, geschätzte Hausbesitzer, Hausverwalter und Hausbesorger, beachten Sie bitte besser das Gesetz... Weniger Salz auf den Gehsteig schont sicher auch Ihre Schuhe und ist auch für Ihre Hunde, soweit Sie welche haben, besser.
-- Aktuelles aus unserem Bezirk, Dezember 1980
Hoffentlich haben Sie alle, meine Damen und Herren, die Feiertage gesund überstanden. Die Weihnachtszeit war ja reichlich mit Schnee ausgestattet. Es ist halt jedes Jahr dasselbe, daß einige Hausbesorger, Hausverwalter oder Hausbesitzer ihre Pflicht sehr leicht nehmen und nur sehr mangelhaft für eine Schneereinigung oder Streuung ihrer Gehsteige bei Glatteis Sorge tragen. Wenn sich dann infolge schlechter Gehsteigreinigung jemand bei einem Sturz beschmutzt oder gar verletzt, dann ist es für Bedauern oder Bereuen zu spät.
Einen Aufruf an alle Eltern möchte ich weitergeben. Bitte klären Sie Ihre Lieblinge auf, bei Schußübungen mit Schneebällen nicht unbedingt Fensterscheiben als Zielscheiben zu benützen, dies könnte manchmal unangenehme Folgen (polizeiliche Anzeigen) haben.
-- Aktuelles aus unserem Bezirk, Jänner 1982
Der überraschende Wintereinbruch zeigt wieder einmal wie es möglich ist oder auch nicht.
-- Stauseen bei Schneeschmelze, März 1988
An dieser Stelle möchte ich einen Aufruf an die Hausbesorger ergehen lassen.
Es wird fast kein Jahr gemacht, aber ich will doch heuer einen neuerlichen Aufruf mir gestatten.
Wenn die geschätzten Hausbesorger ihren Gehsteig von Schnee säubern, wäre es bestimmt sehr günstig, daß sie auch die am Gehsteigrand liegenden Kanalgitter freilegen.
Es ist auch für die einzelnen besser, wenn der Schnee schmilzt und ordentlich abrinnen kann als es entstehen auf den Gehsteigen kleine Seen.
Natürlich müßte man sich vor den Schneefällen schon ansehen, wo die Kanaldeckel sich befinden, aber nicht nur ansehen, sondern auch merken und wenn notwendig sogar mittels kleiner Skizzen notieren.
-- Schnee, März 1991
> weiter